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Sans Papiers in der Schweiz: Arbeitsmarkt, nicht Asylpolitik ist entscheidend

Eine Studie zur Zahl und Lebensweise von Sans Papiers in der Schweiz im Auftrag des Bundesamtes für Migration

Claude Longchamp, Monia Aebersold

In der Schweiz leben rund 90'000 ohne Aufenthaltserlaubnis, so genannte Sans Papiers. Die öffentliche Diskussion über Sans Papiers stand bisher vor allem in Zusammenhang mit abgewiesenen oder untergetauchten Asylsuchenden. Dies ist jedoch eine unzulässige Verkürzung des Sachverhalts. Den Zusammenhang mit der Asylpolitik konnten wir mit unserer Studie zumindest für die Zeit von 2004 nicht nachweisen. Weder sind Sans Papiers zahlreicher, wo viele Flüchtlinge leben, noch kommen sie bisher auffällig häufig dann vor, wenn es viele abgewiesene Asylsuchenden gibt. Vielmehr stellen Sans Papiers ein Phänomen dar, das mit dem Arbeitsmarkt verbunden ist. Sans Papiers sind nämlich überwiegend erwerbstätig. Sie arbeiten meist in prekären Arbeitsverhältnissen mit schlechter Bezahlung und hoher Wochenstundenzahl. Sie sind nach ExpertInnenmeinung überwiegend nicht kriminell, denn sie wollen es nicht riskieren, erkannt zu werden.

  • Grundgesamtheit: ExpertInnen aus den Bereichen Verwaltung und Gewerkschaft, Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen, kirchlichen Organisationen sowie Hilfsangeboten.
  • Erhebungsmethode: 1. Runde: Face-to-Face, 2. Runde: Pencil on Paper.
  • Befragungszeitraum: 1. Runde: Mitte September bis Mitte Oktober 2004, 2. Runde: Mitte bis Ende Oktober 2004
  • Stichprobengrösse: 60 ExpertInnen, jeweils 10 pro Kanton.
Verwendung unter Quellenangabe gestattet, Zitierweise
"gfs.bern, Sans Papiers Studie, Oktober 2004".